SITTACE HYACINTHINA
(29.) Sittace hyacinthina, (Lath.). - Der grosse blaue Arara.
Ps i t t. h y a c i n t h i n u s, Lath., Ind. Orn. (1790) p. 84. - Bechst., Lath., Ueb. p. 66. N° 7. - Kuhl, Consp. p. 16. - Vieillot, Nouv. Dict. II. p. 260. - Psittacus Augustus, Shaw, Lev. Mus. (1792) p. 59. pl. 2. - id. , Nat. Misc. t.609. - Hyacinthine Maccaw, Lath. , Gen. Hist. II (1822) p. 109.- Macrocercus Augustus, Steph., Gen. Zool. XIV. p.113.- Anodorhynchus Maximiliani, Spix, av. Bras. (1825) t. X I (fig. opt. sine descr.). - Arara hyacinthina, Brehm, Mon. d. Pap. t. 4 (nach Spix) et Anodorhynchos Maximiliani, Text. Heft.III. p. 11. - Sittace hyacinthina, Wagl., Mon. p.676.-Macrocercus hyacinthinus, Less., Tr. d'Orn. p.186. - Psittacara cobaltina, Bourj. Perr., t. 16 (nach Spix). - Macroc. hyacinthinus, Lear, Parr, pl.9. - Psitt. hyacinthinus, Voigt, Cuv., Uebers. (1831) p. 724. - Ara Hyacinthina, G. R. Gray, Gen. of Birds. II. N° 11. - id. , List Psitt. (1859) p. 29. - Castelnau, Expéd. dans les part. centr. de 1'Amer. du Sud', Hist. de voy. Hartl., Cab. J. f. Orn. (1857) p.41. - Burm., Syst. Ueb. II. p.159. - Anodorhynchus hyacinthinus, Bp., Rev. et Mag. Zool. 1854) p.149. - id., Nauman. 1856. - 0. Finsch, Niederl. Tijdschr. voor Dierk. Perigten (1863) p. XIII. - Ara hyacinthina, Schl., Dierent. (1864) p. 80 (mit Holzschn.).id., Arara hyacinthina, Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 2. Ararauna, am Amazonas (Bates).
Diagnosis : Einfarbig dunkel kobaltblau; Augenkreis und eine breite Einfassung des Unterschnabels nackt. Unicolor, obscure cyaneo-azureus ; annulo orbitali limboque mandibulae lato nudis.
Männchen Brasilien (Natt.), Leidener Museum. Prächtig dunkelkobaltblau, nur Kopf und Hals etwas lichter. Die Basis der Federn grau. Die Innenfahne der Schwingen nicht ganz bis zur Spitze schwärzlich gerandet. Unterste grösste Flügeldecken nebst der Unterseite der Schwingen und des Schwanzes glänzend schwarz, ebenso die Schäfte. Schnabel dunkelhornbraungrau, die Spitze des Oberschnabels mehr grau, Füsse graulichschwarz. Nägel hornbraungrau.
Im Leben (Amsterd. Garten): Der grosse nackte Augenkreis und die sehr ausdehnbare, nackte Haut um den Unterschnabel hoch orange. Zunge schwarz, an den Basisseiten orange. Schnabel schwarz. Füsse schwärzlichbraun Krallen schwarz. Iris tiefbraun.
Weibchen Brasilien (Natterer), Leidener Museum. Ganz wie das Männchen.
Ebenso ein Männchen ad. (Rio dos Flechas, Natt.) im Bremer Museum.
Bates beschreibt den nackten Augenkreis als weiss von Farbe. Dieser herrliche Vogel, durch seinen colossalen Schnabel eine abentheuerliche Erscheinung, gehört dem nördlichern Theile des mittleren Brasiliens an, etwa vom 16° s.Br. bis zum Amazonenstrom hinauf, namentlich findet er sich am Rio St. Françisco. Jedoch sieht man ihn nie in Schwärmen, nach Aug. St. Hilaire sogar nur stets paarweis, und es erklärt sich auch hieraus, dass nur die wenigsten Reisenden so glücklich waren, den
seltenen Vogel zu erlangen. Im Berliner Museum von Para, durch Sieber. Auch von Natterer gesamrnelt, bei Facenda de Cima im Juli, am Rio Uraguay (November) und Rio dos Flechas im Juli.
Von Spix bildet diese Art, wie so manche, unter einem neuen Namen ab, giebt aber keine Beschreibung. Brehm, der die Spixs-'schen Benennungen und Irrthümer durchgehends adoptirt, sagt >>dass der Vogel bei dem Dorfe St. Maria, Provinz Goyatazes, in Gesellschaften lebe, wo er bei den Einwohnern der schwarze Arara oder Arara pretto genannt werde''.
D'Orbigny traf während seiner Reise auf dem Parana (Voyage I. p. 220) ebenfalls den blauen Arara (ohne Zweifel diese Art) und musste einst von seinem Fleische, welches kaum zu geniessen war, leben.
Bates erlangte die Art auf seinen Reisen im Gebiet des Amazonas, am Tapajos nnd Tocatines. Sie lebte meist nur paarweis, zuweilen auch in kleineren Schwärmen. Die Hauptnahrung des Vogels besteht in den Nüssen der Mucuja (Acrocomia lasiospatha) und der Tucuma-Palme (Astryocaryum Tucuma). Beide Nussarten haben eine so harte Schaale, dass sie nur mit Hilfe eines Hammers zertrümmert werden kann. Gewiss ein Beweis von der enormen Kraft, welche dieser Arara in seinen Kinnladen besitzt.
Die Abhandlung von Bennet (sic) " Observations on the Psitt. hyacinthinus in Londons Mag. Nat. Hist. vol. IV (1831) p. 221" konnte ich mir leider nicht verschaffen und weiss daher nicht in wiefern sie von Wichtigkeit ist.
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