Reproduktionsbiologie des Hyazintharas


Die Forschungsarbeit des Projeto Arara Azul/UNIDERP im Pantanal, Brasilien präsentiert am 27. April 1996 von Tony Pittman zum VI. Symposium über Haltung, Zucht und bedrohte Papageien in Detmold



Einführung

Heute habe ich die große Ehre, Ihnen die Forschungsarbeit der engagierten und begabten brasilianischen Biologin, Neiva Maria Robaldo Guedes, vorzutragen. Neiva erforscht schon seit 1990/1 den Hyazinthara und verfaßtete 1993 ihre Diplomarbeit uber die reproduktive Biologie dieser herrlichen Art. Ich lernte sie erst Anfang 1995 kennen obwohl ich und mein Zuchtkollege, Joe Cuddy, seit 1990 ungefähr im selben Gebiet im Pantanal herumreisen, um den Hyazinthara im Freileben zu studieren, um Rückschlüsse fur die Vogelhaltung und die Zucht in der Gefangenschaft zu erhalten.

April 1995 besuchte Thomas Arndt und ich gemeinsam die Pousada Arara Azul im Panatanal wo Neiva damals stationiert war und im Juni 1995 reisten mehrere deutsche Züchter nach Brasilien, um das Projekt (Projeto Arara Azul) dort zu besuchen und im vorort Hilfe zu leisten. Joe Cuddy und ich besuchten im Juli 1995 das Projekt und konnten einige Tage mit Neiva bei der Arbeit verbringen. Schließlich konnte ich Anfang Januar 1996 nochmals nach Brasilien reisen um mit einer kleinen Mannschaft unter der Führung von Neiva eine Kontrolle von 14 Nistplätzen durchzuführen.

Die Gattung Anodorhynchus

Der Hyazinthara gehort zur Gattung Anodorhynchus. Drei bekannte Arte gehören zu dieser Gattung. Neben dem Hyazinthara (Anodorhynchus hyacinthinus) findet man den Lear-Ara (Anodorhynchus leari) und den Meerblauen Ara (Anodoryhnchus glaucus). Zusätzlich kommt vielleicht noch eine vierte Art - Anodorhynchus purpurascens -, die ehemals angeblich in der Karibik (Guadaloupe) gelebt hatte.

Der Lear-Ara existiert noch in vier kleinen Populationen in Bahia im nordöstlichen Brasilien. Diese Art ist etwa 71 cm lang, wiegt 940 g und ist sehr stark gefährdet. Ihre Färbung ist nicht so intensiv wie die des Hyazintharas, da sie grün-bläulicher ist und die Haut um den Schnabel hellgelb und gerundet ist. Der Lear-Ara ist wie alle Anodorhynchus-Arten in seiner Ernährung spezialisiert. Er frißt hauptsächlich die Palmnüsse der Licuri-Palme (Syagrus coronata). Zur Zeit wird versucht neue Palmenhainen anzupflanzen um diese Nahrungsquelle zu sichern. Der Lear-Ara nistet in hohen, steilen, fast unzugänglichen Felswänden.

Der Meerblauer Ara (Anodoryhnchus glaucus) ist m. E ausgestorben, und zwar schon seit Anfang des Jahrhunderts. Wir hatten im Juli 1992 eine große Reise innerhalb des Verbreitungsgebietes in der Provinz Corrientes im nordöstlichen Argentinen gemacht und konnten mit eigenen Augen sehen wieweit dieses Gebiet in den letzten 150 Jahren von Menschen besiedelt und umgewandelt worden ist. Die Art war immer selten, auch im 18ten Jahrhundert als sie zuerst von Azara beschrieben worden ist. Wahrscheinlich etwas kleiner als der Lear-Ara (68 cm) und in der Färbung weit grünlicher mit einem grau-bräunlichen Hinterkopf und Hals war sie auch in ihrer Nahrung spezialisert. Wir vermuten daß sie hauptsächlich die Palmnüsse der Yatay-Palme (Butia yatay) gefressen hatte, die bereits im Laufe des 19ten Jahrhunderts in Corrientes durch Rodungen fast völlig ausgerottet worden ist.

Der Hyazinthara ist die großte Anodorhynchus-Art und auch mit seiner Länge von 1 Meter der großste Papagei überhaupt. Er wiegt 1.5 kg und ist damit der schwerste fliegende Papagei. Der Kakapo ist zwar schwerer, aber nicht flugfähig. Der Hyazinthara lebt heute fast ausschließlich im Pantanal im südwestlichen Brasilien. Ansonsten existert die Art im Gerais Grenzgebiet, wo die brasilianischen Staaten Tocantins, Piaui, Maranhoa und Bahia zusammentreffen, zusätzlich auch in Para u.a in der Serra dos Carajas. Sie sollte auch in Gebieten südlich des Amazonas von Manaus bis Marajo gesichtet worden sein.

Ernährung

Im Pantanal frißt der Hyazinthara hauptsächlich die Palmnüsse der Acuri-(Scheelea phalerata) und Bocaiuva-Palmen (Acrocomia aculeata). Bates hatte 1848 die Art in Para gesichtet und berichtete daß die Hyazintharas dort die Palmnüsse von der Macuja- (Acrocimia sp.) und Tucuma-Palmen (Astrocaryum sp.) fraßen. Angeblich fressen die Hyazintharas im Gerais die Palmnüsse der Piacava- (Atalea funifera), Catole- (Syagrus coronata) und Buriti-Palmen (Mauritia vinifera). In Para werden die Palmnüsse der Inaja-(Maximiliana regia), Babacu(Orbignya martiana) und, wie Bates festgestellt hatte, auch der Tucuma-Palmen bevorzugt.

Status

Die Population des Hyazintharas im Pantanal wird auf 3,000 bis 5,000 Vögel geschätzt. Die Art wird durch den Fang fur den Handel - hier spielt die direkte Nähe zum traditionellen Schmuggelweg über Paraguay eine große Rolle - und durch fehlende Nistmöglichkeiten gefährdet. In den Para- und Geraisgebieten ist die Populationsgröße nicht bekannt, aber jedenfalls gibt es weit weniger als im Pantanal, das als letzter Hochburg des Hyazintharas gelten muß.

Das Pantanal

Das Pantanal ist eine riesige Anschwemmungsebene mitten in Südamerika. Mit insgesamt rund 239,000 qkm liegt es an der Grenze zwischen Brasilien, Paraguay und Bolivien. 100,000 qkm gehört zu Paraguay und Bolivien, der Rest (139,000 qkm) teilt sich auf die brasilianischer Staaten von Mato Grosso und Mato Grosso do Sul auf. Das Gebiet ist sehr dünn besiedelt, ohne Städte. Die Transportwege sind auch während der Trockenzeit (Mai bis November) sehr schlecht und während der Regenzeit (Dezember bis April) liegt die Region zum größten Teil unter Wasser.

Das ganze Gebiet hat ein geringes Nord-Sud Gefälle, daher spielt es eine ganz wichtige Rolle in der Verbreitung und im Ablauf des Flutwassers der jährlichen Regenzeit und der Überschwemmungen des Rio Paraguays, des Hauptflusses der Region.

Die Faunna, besonders die Vogelwelt, ist erstaunlich und einzigartig. Um sie zu sehen fährt man am besten die Transpantaneira im Norden entlang. Diese 145 km lange Straße ist eigentlich ein Feldweg und führt von der Stadt Pocone uber 89 Brücken bis nach Porto Jofre, das aus einigen kleinen Häusern und einer Landungstelle besteht. Zu beiden Seiten der Transpantaneira wurde der Boden ausgegraben, um damit die Straße zu bauen. In der Trockenzeit bieten diese mit Wasser gefüllten Gräben Zuflucht fur die Tierwelt. Eine Kostbarkeit dieser wunderschönen Tierwelt ist naturlich der Hyazinthara.

Lebensraum

Der Hyazinthara lebt nicht wie viele vermuten, im Regenwald. In Para und Gerais bewohnt er eine cerrado-Landschaft, d.h halb-trockenes Grasland mit Baumbestand. Hier hält er sich besonders Wasserläufe und Flüße entlang. Im Panatanal findet man die typischen Vegetationsinseln (cordilheiras und capoes), die dadurch entstehen, weil der Boden etwas höher liegt und daher während der Regenzeit wenig oder nur selten von Wasser gedeckt wird. Hier sieht man Palmen und die großen Bäume, u.a die Manduvi-(Sterculia striata) und die Chimbuva-Baume (Enterolobium contortisiliquum). Der Boden ist sandig und für Agrarzwecke nicht besonders geeignet. Die Region wird meist in riesigen Fazendas aufgeteilt auf denen die Viehwirtschaft getrieben wird.

Der Hyazinthara ist sehr standorttreu und daher mußte er sich dieser Viehwirtschaft anpassen. Das hat er offentsichtlich getan und scheut sich nicht in der Nähe der kleinen Siedlungen zu sein. Er geht auch oft auf dem Boden und sucht die von den Rinder aufgenommene und vorverdaute ausgeschiedenen Palmnußkernen. Man sieht auch kleine Gruppen von Hyazintharas, die nachmittags auf einer Reihe von Zaunpfählen sitzen.

Der Hyazinthara als großer Vogel braucht natürlich passende Nistmöglichkeiten. Im Para benutzt er angeblich Paranußbäume und abgestorbene Palmen. Im Gerais benutzt er hohe, steile Felsen. Im Pantanal nutzt er hauptsächlich wie Neiva Guedes feststellte, den Manduvi-Baum. Der Manduvi wächst bis zu 20m hoch. Der Kern ist sehr weich, daher verrottet er sehr schnell. Kommt dann einer der vielen Stürme brechen große Äste ab, oder der ganze Baum stürzt um. Während meiner Besuche sah ich viele beschädigte und umgestürzte Baume.

Die Studie von Neiva Guedes

Diese eingehende Studie, die heute erörtert wird, dauerte von Januar 1991 bis März 1993, und wurde in Nhecolandia, eine abgelegene Region von 24,762 qkm im sudwestlichen Pantanal durchgeführt. Diese Region wurde ausgewählt da laut Munn et al (1987) die größte Konzentration (1.500 Hyazintharas) dort lebt. Das Gebiet von 11 Fazendas - ungefähr 250,000 hectar - ist durch die Studie das am gründlichsten untersuchte Hyazintharavorkommen.

Die Zielsetzungen waren, erstens Nester von Hyazintharas zu finden und zu beschreiben, zweitens einige Aspekte der Brutbiologie zu studieren, drittens die Auswahlkriterien für die Nisth|hlenwahl des Hyazintharas festzustellen und viertens Artenschutzmaßnahmen zu entwickeln. Diese Arbeit wurde am Anfang mit der Unterstützung von dem Amerikaner, Prof. Dr. Lee Harper, durchgeführt. Er half Neiva auch im Erlernen der notwendigen Kletterfähigkeiten.

Die Studie hatte drei Phasen. Die erste war im Januar und Februar 1991, mit dem Ziel vorhandene und schon benutzte Nistplätze festzustellen. Die zweite Phase lief von September 1991 bis März 1992 und deckte die ganze Brutzeit des Jahres ab. Die dritte Phase dauerte von Juli 1992 bis März 1993.

Um die Nistplätze festzustellen wurden die Einheimischen befragt und große anscheinend geeignete Bäume untersucht. Wenn eine Höhle vorhanden war oder die Anwesenheit der Papageien bewiesen oder vermutet wurde, wurden die Bäume mit einem Aluminiumschildchen versehen. Die Höhe der möglichen Störungen wurde geschätzt und notiert.

Nistplätze

94 mögliche Nistplätze wurden festgestellt - 52 in der ersten Phase, 24 weitere in der zweiten und noch 18 in der dritten. Es wurde fest- gestellt daß die Hyazintharas Bäume am Außenrand der Vegetationsinseln bevorzugen. 67% wurde als ungestört bewertet, 19% galten als wenig gestört und 14% als sehr störungsanfällig. Insgesamt wurden 81 Paare beobachtet und 53 Nistplätze waren während der drei Phasen mindestens einmal aktiv.

95% der Nistplätze befanden sich in Manduvi-Bäumen, der Rest in den Angico-branco-Baum (Pithecellobium edwalli). Die Bäume waren durchschnittlich 14.3 m hoch mit einen Durchmesser von 93.2 cm. Die Höhlen hatten einen Innendurchmesser von 77cm und lagen zur 7.9 m Höhe.

Von den 53 aktiven Nistplätzen befanden sich 64% im Hauptstamm, 26% im großen Ast und der Rest in der Gabelung. 53% hatten nur einen, 17% zwei, 21% drei und 9% vier oder mehr Eingänge. Von den 53 aktiven Nistplätzen wurden 41% wieder benutzt - 30% zweimal und 11% dreimal -21 während der ersten Phase, 28 während der zweiten und 32 während der dritten.

Brutverhalten

Die Brutzeit läuft von August bis Dezember mit der Hauptschlupfzeit im Oktober. Das Gelege besteht aus 1 bis 3 Eiern, der Durchschnitt ist 2 Eier. Die Eimaße sind 47,0 mm x 36,9 mm und das Ei wiegt im Durchschnitt 33,2 g. Während der Phase 1 wurden nur 5 Nester mit Jungvögeln, eins davon mit 2 Jungvögeln, festgestellt. Alle flogen aus. Während der Phase 2 wurden von den 38 potentiellen Brutpaaren 7 Nistplätze nur untersucht, 3 wegen Konkurrenten abgegeben und lediglich 28 Höhlen benutzt. Während der Phase 3 konnten nur 80 Nistplätzen wegen der schweren Überschwemmungen in diesem Jahr inspiziert werden. Von 47 potentiellen Brutpaaren wurden 6 Nistplätze nur untersucht, 9 an Konkurrenten abgegeben und lediglich 32 benutzt.

Während der Phase 2 wurden zuerst 28 Eier in 15 Nester festgestellt. Davon sind 4 Eier mißlungen. Mit Nachegelegen sind insgesamt 45 Eier gelegt worden. 2 Eier wurden in 85%, 1 Ei in 24%, 3 Eier in 12% der Nester gelegt. Die Fruchtbarkeit der Weibchen lag durchschnittlich bei 1,86 Eiern. Am Ende wurden 37 Jungvögel aus 24 Nestern produziert.

Während der Phase 3 wurden 34 Eier zuerst in 18 Nester gelegt. Davon sind 12 Eier mißlungen. Mit Nachgelegen sind insgesamt 38 Eier gelegt worden. Die Fruchtbarkeit der Weibchen lag durchschnittlich bei 1,88 Eiern. Das Ergebnis war 33 Jungvögel aus 20 Nestern.

Das Weibchen brütet allein, aber bleibt lediglich 70% der Zeit auf dem Gelege fest sitzen. Dort wird sie aber von dem Männchen gefüttert. Die Brutzeit dauert zwischen 28 und 30 Tagen. 40% der Eier werden von Raubfeinden zerstört. Die Schlupfrate war 90% und die Überlebungsrate der Jungv|gel variiert zwischen 75% und 83%. In einem Fall wurde ein Jungvogel im Alter von 36 Tagen von einem unbekannten Räuber - vermutlich aber von einem gaviao-relogio, einer Falkenart - in der zweiten Phase erbeutet. In einem anderen Fall wurden während der dritten Phase zwei Jungvögel im Alter von 40 Tagen aus einem Nest ebenfalls von einem unbekannten Raubfeind genommen. Dieses Nest befand sich direkt in der Nähe eines Hauses für die Hirten, die aussagten sie hätten einen Falken mehrmals am Nesteingang gesehen.

Der Bruterfolg der zwei Jahren lag bei 1.27 Jungvögel pro Brutpaar. (Die gesamte Anzahl der Jungvögel geteilt durch die Anzahl der Paare mit Jungvögeln)

Die Entwicklung der Jungvögel

Die neugeschlüpften Jungvögel wiegen durchschnittlich 31.6 g und sind 82.7 mm lang. Die blauen Federn am Kopf, Flügel und Schwanz erscheinen am 22sten Tag. Die Augen öffnen sich am 23sten Tag. Mit 77 Tagen erreichen die Jungvögel das Höchstgewicht von 1.452,50 g. Sie fliegen nach 107 Tagen aus, werden aber noch längere Zeit nachher von den Eltern gefüttert. Direkt nach dem Ausfliegen nehmen die Jungvögel etwas ab (durchschnittlich bis auf 1.283 g). Die Gesamtlänge beträgt 648 mm, die Schwanzlänge 300mm und der Lauf 43 mm.

Überlebenrate

Während der zweiten Phase produzierten 13 von 24 Paaren je 2 Jungvögel. Von den 26 Jungvögeln überlebten 64%. Während der dritten Phase produzierten wieder 13 von 20 Paaren je zwei Jungvögel. Diesmal von den 26 Jungvögeln überlebten nur 46%.

Nestkontrolle

Neiva inspiziert die Nester mindestens alle zwei Wochen. Die Jungvögel werden herausgeholt, gewogen, vermessen und beringt. Es werden ihnen Blutproben entnommen und sie werden allgemein untersucht. In den letzten 4 Jahren sind etwa 130 Jungvögel beringt worden. Zur Zeit werden die Blutproben daraufhin untersucht, wie stark Inzucht vorkommt. 5 Jungvögel sind mit Sender ausgerüstet und ihre Bewegungen werden kontrolliert.

" Dormitorio "

Die außenordentliche Standorttreue der Hyazintharas wird immer wieder bestätigt. Die nicht brutenden Aras sammeln sich und sind äußerst gesellig. 1992 beobachtete Neiva einen Schlafbaum mit über 100 Aras. Eine Stunde lang kamen die Aras aus allen Richtungen an. Diese Ankunftszeit variiert offentsichtlich und scheint von der Jahreszeit abzuhängen. Die ersten nahmen die höchsten Ästen in der Mitte des Baumes. Sie spielten miteinander dort, kraulten sich gegenseitig, kopulierten, stritten über Plätze - alles ohne viel Lärm. Dann auf einmal fingen sie alle an, zu rufen. Diese Zeit dauerte 10 bis 20 Minuten, dann waren sie ruhig und schliefen. Am nächsten Tag war das Benehmen ähnlich, aber sie flogen alle schnell ab. Anfang Januar 1996 konnte auch ich diesen Schlafbaum und dieses Verhalten beobachten.

Die " Vogelhaltung " in der Natur

Wegen seiner Standortstreue und der Anpassungsfähigkeit gegenüber menschlichen Besiedlungen bin ich der Meinung, der Hyazinthara besonders leicht zu schützen ist und tatsächlich sich weitgehend für eine Art " Vogelhaltung " im Freiland eignet. Hier meine ich nicht eine Art riesiger Freilandzoo, sondern konkrete, realistische Maßnahmen um den Schutz des Hyazintharas zu fördern. Es gibt z. B viel zu wenig geeignete Nisthöhlen. Daher kann man z.B Bäume überall anpflanzen, alte Bäume, die immer wieder benutzt werden, kö|nnen repariert sowie künstliche Nistkästen gebaut und aufgestellt werden. Wir haben dieses Jahr schon erlebt wie unter der Leitung von Thomas Arndt von deutschen Vogelhaltern gebaute Nistkästen von Neiva aufgestellt worden waren und einer von einem Hyazinthpaar akzeptiert worden ist. Zwei Eier wurden gelegt, aus denen Ende Januar zwei Jungvögel ausschlüpften.

Das Projeto Arara Azul

Dieses Projekt ist m. E einmalig und sollte von uns allen voll unterstützt werden. Es ist langfristig, kontinuierlich und von hiesigen Leuten durchgeführt, kontrolliert und verwaltet. Neiva selbst stammt direkt aus Campo Grande, der Hauptstadt von Mato Grosso do Sul. Man kann und darf nicht unterschätzen wie wichtig diese Teilnahme für den Erfolg eines Projektes ist. Zur Zeit muß sie aber regelmäßig zwischen Campo Grande und dem Pantanal pendeln - eine Reise von über 700 km. Sie wohnt entweder in einem Lodge (Pousada Arara Azul) oder zeltet direkt im Aragebiet. Ein kleines Stück Land ist von einem Landbesitzer gestiftet worden und wir möchten ein kleines Haus mit Büro/Laboreinrichtungen sowie Unterkünften dort bauen. Wir hoffen auch einige junge Leute aus der Gegend als einfache Handwerker/Techniker zu schulen und beschäftigen zu k|nnen. Sie sollten z.B Nistbäume reparieren, Nistkästen bauen und aufstellen sowie kleine aber wichtige Labortechnische Aufgaben erfüllen.

Sponsorship und Unterstützung

Joe Cuddy und ich unterstützüen Neiva und ihre Arbeit durch unsere 1990 gegründete kleine Stiftung " Hyacinthine Macaw Survival Fund."Elly de Vries und Richard Welch, ein Ehepaar aus Los Angeles haben auch Geldmittel aufgetrieben. Thomas Arndt hatte die Erlöse von der Reise im vorigen Jahr gestiftet. Andere Organisationen haben auch die Arbeit von Neiva unterstützt, einschließlich WWF und Toyota mit dem Fahrzeug.

Dieses Jahr sollte eine Gruppe von Vogelhaltern aus Deutschland das Projekt wieder besuchen und von Neiva bestimmten Artenschutzmaßnahmen ergreifen. Es gibt vieles, das versierte, fachkundigen Leute wie Sie einem solchen Projekt verliehen k|nnen. Wir haben immer behauptet daß die Vogelhaltung direkt zum Artenschutz außer der Zucht für den Handel im eigenen Lande beitragen kann. Ich hoffe daß Sie auch dieses Projekt mit seinen sichtbaren Erfolgen unterstützen werden.

Literatur

Guedes Neiva Maria Robaldo (1993) - Biologia reprodutiva da arara azul (Anodorhynchus hyacinthinus) no Pantanal - MS Brasil Piracicaba

Andere Artikel über den Hyazinthara in der Natur

Artikelverzeichnis Blue Macaws Home Page