Auf Grund der Veränderung des Lebensraumes, der Jagd und dem illegalen Fang für den Handel. ist diese Art in eine außerst kritische Situation geraten. Der Lear's Ara hat in seinem Lebensraum auf weniger als 130 Vogel abgenommen, und die wichtigste Ursache dafür ist der illegale Fang. Die Seltenheit und die prekäre Lage war Anlass, dass eine Einstufung in die höchste Gefährdungsstufe im WA-Abkommen erfolgte. Brasilien ist im Jahr 1975 dem Cites-Vertrag beigetreten.
Aber Brasilien ist nicht nur Mitglied des WA-Abkommens, sondern hat auch im eigenen Land eine strenge Gesetzgebung, die den Export von Arten, die aus der Natur entnommen werden, grundsätzlich verbietet. Das Brasilianische Naturschutzgesetz untersagt den Handel mit Wildtieren und deren Produkten, und alle Handlungen, die zu ihrem Fang, ihrer Verfolgung und Vernichtung führen. Es ist daher illegal, Lear's Aras in Menschenobhut zu halten. Es ist daher wichtig, sich klar zu machen, daß seit das Gesetz in Kraft getreten ist, Brasilien niemals irgend eine Erlaubnis zum Export fur diese Art gegeben hat.
Im Jahr 1992 schuf die Brasilianische Regierung eine Arbeitsgruppe, die heute den Namen "Komitee zur Erhaltung des Lear's Ara" hat. Diese Vereinigung ist verantwortlich für die Entwicklung und die Vorgehensweise beim Schutz dieser Art. Dazu gehören der Biotopschutz, die Bekämpfung der Wilderei, die Forschung und Erziehungsprogramme. Der gesetzliche Schutz und die Einbindung zahlreicher Institutionen leisten ihren Beitrag zur Erhaltung des Lear's Aras in Brasilien. Dazu gehören: Brazilian Institute for Environment and Natural Renewable Resources (IBAMA), National Fund for the Environment (FNMA), São Paulo Zoological Foundation, Biodiversitas Foundation, Bush Gardens (USA) und Houston Zoological Gardens (USA). Andere Vereinigungen, welche die Schutzmaßnahmen unterstützt haben sind: Wildlife Conservation Society (USA) und CETREL S. A. und PETROBRAS (eine brasilianische Ölgesellschaft). Die brasilianische Naturschutzbehörde (IBAMA) hat gemeinsam mit staatlichen und lokalen Verwaltungen gegen die Wilderei in dieser Gegend eine Kampagne gestartet. Ein Erfolg war im Jahr 1995 die Festnahme eines Schmugglers mit Namen Paraiba, der einen Lear's Ara bei sich hatte. 1998 konnten die Wildhüter einen Wildereiversuch beobachten und überführten den Gesetzesbrecher auf frischer Tat bei der Aufstellung der Fangnetze. Im Mai 1998 wurden bei einem Vogelhalter, genannt Zazao, acht weitere Vögel im nordlichen Brasilien beschlagnahmt. Trotz größerer Sicherheitsvorkehrungen und weiteren Anstrengungen. die Wilderei unter Kontrolle zu bringen, ist die Population des Lear's Aras weiterhin sehr bedroht. Viele Vögel werden immer noch durch Fänger der Natur entnommen und gehen illegal zu Sammlern seltener Arten.
Leider werden aber auch Lear's Aras aus Brasilien herausgeschmuggelt. Im Jahr 1996 wurden von einem Mann, namens Lawrence Kuah Kok Choon, auf einem französischen Flughafen zwei Vögel, zu denen keine gültigen Papiere vorlagen, beschlagnahmt. Die französischen Behörden unterstützten ohne Zögern die brasilianischen Schutzbemühungen und sandten die Vögel zurück nach Brasilien. Zu allem Unglück starb ein Vogel auf dem Flughafen vor dem Rücktransport.
Bei einer internationalen Aktion beschlagnahmte die Behörde von Singapur zwei Lear's Aras in einer privaten Sammlung bei Lawrence Kuah Kok Choon. Es war die gleiche Person, die schon durch das Ereignis in Frankreich bekannt war. Die weitere Vorgehensweise wegen der Herausgabe der Vögel wird in Singapur juristisch überprüft. Im gleichen Jahr hat die britische Behörde drei Vögel bei einem Sammler in Yorkshire eingezogen. Die brasilianische Regierung verlangt, dass alle Vögel nach Brasilien zurückgebracht werden. Es wird erwartet, dass sowohl die Regierung von Singapur als auch von England die Schutzmaßnahmen unterstützen, indem sie schnell handeln und die beschlagnahmten Vögel nach Brasilien zurücksenden. Sie sollten dem Beispiel Frankreichs folgen und die Cites Regularien einhalten. Es ist zu hoffen, dass in diesen Ländern die schwersten Strafen ausgesprochen werden, die nach den Gesetzen möglich sind.
Die Position der brasilianischen Regierung und des Komitees für den Lear's Ara ist, daß alle Exemplare, die keine Dokumente haben und illegal sind, von den Behörden des Landes, wo sie entdeckt werden, an Brasilien als Teil des Arterhaltungsprogramms zurückgegeben werden. Es hat nie eine ämtliche Erlaubnis von Brasilien zur legalen Ausfuhr des Lear's Aras gegeben. Alle zurückgesandten Vögel, auch die Beschlagnahmten in Brasilien, werden entweder wieder freigelassen oder in ein Zuchtprogramm eingegliedert. Der Schutz des Lear's Aras ist eine große nationale Aufgabe, was auch dadurch unterstrichen wird, dass der National Fund for Environment (FNMA) 200.000 $ bewilligt hat. So hat dieser Betrag dazu beigetragen, dass die Wilderei überwacht und die Freilandforschungen unterstützt werden konnten. Auch wurde der Lebensraum renaturiert und Erhaltungs- und Erziehungsprogramme in die Tat umgesetzt.
Die Erhaltung gefährdeter Arten und die Bewährung der Artenvielfalt muß von allen Regierungen ernst genommen werden. Der illegale Handel von seltenen und gefährdeten Arten ist ein Problem, das vor den nationalen Grenzen nicht Halt macht. Das kann nur verhindert werden, wenn alle Betroffenen zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen.
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