Höhlenmalereien in Brasilien von Tony Pittman, London. In " Papageien " (Ausgabe 8/94, S. 242) erschienen.



Ende 1993 besuchte der Autor in London die "World Travel Market " (Welt-Reisemarkt), eine riesige internationale Fachmesse für Reiseagenturen und Urlaubs-veranstalter aus aller Welt. Er wollte eigentlich den Vertreter der Pousada Caiman auf dem brasilianischen Stand treffen, aber als er den Stand betrat, sah er ein sehr großes Wandgemälde der Höhlenmalereien im Nordosten Brasiliens. Er erkannte sofort die Araras und führte daraufhin ein Gespräch mit Herrn Dr. Eduardo Bagnoli, der für die Promovierung des Standortes auf der Messe zuständig war. Einige Monate später schickte Dr. Bagnoli freundlicherweise weitere Informationen und Fotomaterial, die für den folgenden Artikel verwendet waren.

Der Autor ist heute noch überzeugt, daß hier blaue Aras von den damaligen Einheimischen abgebildet worden waren.

Im Jahre 1987 grub ein Geologe, der für Petrobras, den staatlichen brasilianischen Ölkonzern, tätig war, in einem Kalksteingebiet nach Mineralien. Das Schurfgebiet lag etwa 350 km westlich von Natal, der Hauptstadt des Staates Rio Grande do Norte im Nordosten Brasiliens. Dieses 100 ha große Gebiet, das Lajedo de Soledade (Felsen von Soledade) heißt, wurde vor 90 Millionen Jahren in der Kreidezeit geformt, als ein riesiger, flacher Inlandsee die ganze Region bedeckte. Heute wächst dort ein trockener kahler Dornwald, die caatinga.

Eines Tages zeigten einige Einheimischen dem Geologen Malereien an der Decke einer Kalksteinhöhle, die nach dem Austrocknen des Sees von Regen und Wasserläufen ausgewaschen worden war. Zu seinem Erstaunen sah er Zeichnungen von Säugetieren und Vögeln, die vor mehreren tausend Jahren in dieser Gegend gelebt hatten.

Die Malereien sollen nach Auskunft von Experten 3000 bis 5000 Jahre alt sein. Zur Zeit wird das genaue Alter mit Hilfe der Karbontechnik ermittelt.

Die Höhlen wurden unter Schutz gestellt, um zu vermeiden, daß die Einheimischen dort den Kalkstein abbauen und bearbeiten. Petrobras hat bis heute 60,000 Dollar gespendet, um ein kleines Besucherzentrum, ein Museum und andere Touristeneinrichtungen bauen zu lassen. Die Höhlenmalereien selbst werden zur Zeit mit der neuesten Erhaltungstechnik konserviert.

Abgesehen von den zwei hier gezeigten und bis heute altesten bekannten Abbildungen von Aras wurden sowohl andere Vögel und Säugetiere als auch geometrische Formen von den Ureinwohnern an die Höhlendecken gemalt. In der Nähe dieser Höhlen wurden auch verschiedene Fossilien entdeckt, beispielsweise von Riesenfaultier, Säbelzahntiger, Riesengürteltier und Mastodon.

Besichtigungen werden von Icaro Brazil Ecotours organisiert. Die Kontaktperson ist Dr. Eduardo Bagnoli, Wissenschaftlicher Berater des Projektes, Rua Auta de Souza 275, Nata1 (RN), 59.025-060 Brazil; Tel.: Brasilien 0055 84-2226674 oder Fax.: Brasilien 0055 84-2112204.

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