Spix-Ara: Neuigkeiten vom Erhaltungsprojekt. Ein Bericht in der März 1999 Ausgabe von Cyanopsitta, Zeitschrift der Loro Parque Fundación (S. 8-9)



Die letzten Monate haben mehrere interessante Ereignisse im Spix-Ara Projekt, dessen Hauptsponsor Loro Parque Fundación seit vielen Jahren ist, hervorgebracht. Die Ergebnisse geben uns nicht nur wertvolle Einblicke in mögliche Strategien für die Zukunft, sondern öffnen auch ganz neue Perspektiven bezüglich der Wiederherstellung einer lebensfähigen Population von Spixaras in ihrem natürlichen Habitat, der Caatinga-Region im Nordosten Brasiliens.

Freilassung von neun Rotrückenaras Ara maracana

In den Monaten Dezember und Januar fand endlich die Freilassung einer Gruppe von aus Menschenobhut stammenden Rotrückenaras statt. Die Auswilderung dieser Tiere aus der Loro Parque Fundación, soll einer zukünftigen Freilassung von nachgezüchteten Spixaras den Weg bahnen.

Eine der für die Freilassung nötigen Vorkehrungen bestand in der Wahl von Radiosendern, die an den Papageien befestigt wurden. Die ersten Sender, im Frühjahr 1998 bei den Vögeln in der Freiflugvoliere verwendet, hatten deren Verhalten stark beeinträchtigt und wurden zerstört. Angesichts dessen, unternahmen wir im September 1998 im Loro Parque einen Versuch mit einem neuen Radiosender, der an der Schwanzunterseite befestigt wurde. Nachdem zwei Studenten die Tiere einige Wochen beobachtet hatten, konnte das Experiment als erfolgreich erklärt werden. Das CPRAA (Komitee für den Erhalt des Spixaras) befürwortete daraufhin die Anwendung dieser neuen Radiosender an den Rotrückenaras in Brasilien und ihre baldige Freilassung.

In Anwesenheit unseres wissenschaftlichen Direktors, der zehn dieser Radiosender nach Brasilien brachte, der Feldkoordinatofin des Projektes Yara de Melo Barros sowie den brasilianischen Biologen und CPRAA-Mitgliedern Luis Sanfilippo und Carlos Yamashita, wurde in der ersten Dezemberwoche die erste Gruppe von fünf Tieren ausgewildert. Die restlichen vier Tiere wurden sechs Wochen später im Januar freigelassen. In Ergänzung zu den Radiosendern erhielten die Tiere ein speziell angefertigtes Halsband aus Zahntechnikerdraht, welches mit farbigen Metallkugeln versehen wurde, um die Tiere auch optisch einzeln identifizieren zu können.

Nach einem Monat verschwand ein Tier spurlos, und ein zweites wurde erwiesenermassen Opfer eines Raubtieres, nachdem man den Signalen seines Senders nachgegangen war, und so seine Reste aufgefunden wurden. Von den sieben übrigen Papageien hatten inzwischen nur noch vier die Radiosender an den Schwanzfedem befestigt- die anderen verloren den Sender zusammen mit den Federn.

Die Tiere verbrachten ganze Tage in nächster Umgebung der Freiflugvoliere, in der sie mehr als eineinhalb Jahre gelebt hatten; allmählich begannen sie dann, ihre gewohnte Umgebung zu längeren Erkundungsflügen zu verlassen, und blieben sogar über Nacht in weit entfernten Bäumen. Ungefähr zum selben Zeitpunkt, im Monat März, wurde beobachtet, dass die Tiere sich immer häufiger von wildwachsendem Futter ernährten, wohingegen sie sich zuvor hauptsächlich von dem durch das Feldteam bereitgestellten Futter versorgt hatten.

Vier Monate nach der Freilassung unterstreichen die wertvollen Ergebnisse die Wichtigkeit des Experiments.

Spix-Ara Männchen und Rotrückenara Weibchen ziehen erstes Jungtier auf

Im vierten Versuch, im dritten Jahr, erwies sich der Austausch des Geleges des hybriden Paares mit einem Gelege wilder Rotrückenaras endlich als erfolgreich. Während in den ersten drei Versuchen die Eier des hybriden Paares mit fertilen Eiern gleichen Legedatums ausgetauscht worden waren, wurden bei diesem vierten Versuch hölzerne Eier untergelegt. Diese wurden gegen Ende Januar durch drei Tage alte Jungtiere aus einem nahegelegenen Rotrückenaranest ausgetauscht. Die Überraschung schnell vergessend, begannen die neuen Pflegeeltern daraufhin, den Nachwuchs mit Futter zu versorgen. In der dritten Märzwoche wurden die Jungen flügge, und beide Elternteile fuhren mit der Fütterung ausserhalb des Nestes fort.

Dieser Versuch beweist erstmals, dass das hybride Paar in der Lage ist, Jungtiere aufzuziehen, und eröffnet somit völlig neue Horizonte für die Wiedereinbürgerung dieser Spezies in freier Wildbahn. Ganze Aufmerksamkeit muss nunmehr in naher Zukunft der Verfügbarkeit von nachgezüchteten Spixara-Jungtieren gewidmet werden, um die wertvolle Erfahrung des wilden Spix-Männchens zugunsten der Gründung einer neuen Spixara-Population zu nutzen.

Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, dem Feldteam unter der Leitung von Yara de Melo Barros für diese hervorragenden und vielversprechenden Ergebnisse zu gratulieren.

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