Ein Bericht in der Juni Ausgabe (6/2013) von der Zeitschrift "Papageien".
Der Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) zählt zu den bedrohtesten Papageienarten der Welt. Sein ursprünglicher Lebensraum, die Caatinga im Nordosten Brasiliens, wurde in den letzten Jahrzehnten vom Menschen stark zerstört, die letzten überlebenden Vögel fielen dem illegalen Handel zum Opfer. Nach dem dramatischen Einbruch der Population in den 1990er Jahren existierte 2000 nur noch ein einzelner Vogel. Nach seinem Verschwinden wurde die Freilandpopulation der Spezies offiziell für erloschen erklärt. Ein düsteres Ereignis für den Artenschutz, der Spix-Ara existierte jetzt nur noch in Menschenobhut. Er wurde aufgrund seines Schicksals zum Symbol für den internationalen Papageienschutz. Die brasilianische Regierung erhofft sich nun mit einem neuen Aktionsplan, den Spix-Ara in seinem historischen Verbreitungsgebiet wiederansiedeln zu können. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, ist es notwendig, eine genetisch stabile und überlebensfähige Zuchtpopulation aufzubauen und das natürliche Habitat des Spix-Aras unter Schutz zu stellen und zu restaurieren. Ein wichtiger Bestandteil des neuen Aktionsplans ist das Projekt „Ararinha na Natureza“, das vom CEMAVE (Centro Nacional de Pesquisa para a Conservação das Aves Silvestres) innerhalb des staatlichen Instituto Chico Mendes de Conservação da Biodiversidade (ICMBio) koordiniert wird. Partner des „Projeto Ararinha na Natureza“ sind Al Wabra Wildlife Preservation (AWWP) in Katar, der Verein zur Erhaltung bedrohter Papageien (ACTP) in Deutschland, Nest und die Fundação Lymington in Brasilien sowie der Fundo Brasileiro para a Biodiversidade (FUNBIO) und SAVE Brasil (BirdLife International in Brasilien). Finanziert wird das Projekt von den oben genannten Haltern der Spix-Aras und vom Fundo Vale in Brasilien. Für die geplante Wiederauswilderung hat man einen Zeitraum zwischen 2017 und 2021 anvisiert.
Bereits im Mai 2012 wurden auf einem Treffen der Projektpartner in Brasilien neue Protokolle für das zukünftige Management der Zuchtpopulation erstellt, die im Laufe der Zeit den neuen Erkenntnissen und Entwicklungen angepasst werden sollen. Dabei spielten natürlich auch genetische Überlegungen eine wichtige Rolle, die für eine Zusammenstellung der Paare bedeutsame Kriterien sind. Nach der Ausarbeitung der notwendigen Dokumente (z.B. Einverständniserklärung der Projektteilnehmer, Leihverträge und CITES) wurde der Transfer mehrerer Spix-Aras in Angriff genommen. Bisher wurden sechs Vögel nach Brasilien und zwei nach Deutschland geflogen. Anfang Februar trafen zwei Tiere (ein Männchen und ein Weibchen) von der Loro Parque Fundación (Teneriffa) in Brandenburg beim ACTP ein, die nach der Quarantänezeit zu ihren neuen Partnern gesetzt wurden. Bei den Vögeln handelt es sich um Leihgaben der brasilianischen Regierung. Organisiert und finanziert wurde der Transfer vom ACTP in enger Zusammenarbeit mit dem CEMAVE.
Ende Februar wurden zwei junge Spix-Ara-Weibchen, die beide in Brandenburg geschlüpft sind, von Deutschland nach Brasilien geflogen; ein Tier geht in den Besitz der brasilianischen Regierung über, das zweite verbleibt dort als Zuchtleihgabe. Der Transfer wurde vom ACTP finanziert. Darüber hinaus beteiligten sich auch AWWP, Nest, das ICMBio, CEMAVE und MAPA, das Ministerium für Landwirtschaft in Brasilien, an dem Transfer. Nach ihrer Ankunft übernahmen Mitarbeiter des MAPA die kostbare Fracht und brachten sie in die staatliche Quarantänestation auf der Insel Cananéia im Bundesstaat São Paulo. Das brasilianische Personal des „Projeto Caatinga“ der Al Wabra Wildlife Preservation kümmerte sich um die Pflege der Vögel, bevor sie 15 Tage später in die private Zuchtanlage Nest (ebenfalls im Bundesstaat São Paulo) umgesetzt wurden.
Anfang April wurden vier weitere Spix-Aras (ein Männchen, drei Weibchen) der LPF nach Brasilien geflogen, begleitet von drei Mitarbeitern von AWWP, die den Transfer auch finanziert hat, und einem Mitarbeiter von CEMAVE/ICMBio, der die Spix-Aras, finanziert vom Fundo Vale, im Rahmen des „Projeto Ararinha na Natureza“ begleitete. Die Vögel wurden nach der Quarantäne ebenfalls in die Zuchtanlage Nest gebracht. Die sechs Vögel aus Europa ergänzten die bereits bestehende Gruppe von vier Spix-Aras (zwei Männchen, zwei Weibchen), die bereits im Juni 2012 aus dem Zoo von São Paulo dorthin gebracht worden waren. Al Wabra Wildlife Preservation stellt für Nest zwei Mitarbeiter zur Verfügung, die dort dauerhaft leben und arbeiten und mit ihrer Fachkompetenz für den notwendigen technischen Support der Anlage sorgen. Man hofft nun, dass die neu geschmiedete Kooperation in Nest dafür sorgen wird, dass dort schon bald ähnlich gute und regelmäßige Brutergebnisse zu verkünden sein werden wie in den letzten Jahren beim ACTP und AWWP.
Das Internationale Zuchtbuch für den Spix-Ara umfasst aktuell 79 Vögel (32 Männchen, 47 Weibchen), die in fünf Institutionen gehalten werden. Drei von diesen sind im Besitz potentieller Brutpaare. Die Loro Parque Fundación nimmt seit diesem Jahr nicht mehr am Zuchtprojekt teil, behält jedoch ein ausgewachsenes Weibchen auf Teneriffa, das aus gesundheitlichen Gründen nicht reisetauglich ist. Die Mehrheit der Spix-Aras (60 Vögel) lebt in Katar in den Anlagen von AWWP (24 Männchen, 36 Weibchen). In Nest sind insgesamt 10 Tiere untergebracht (3 Männchen, 7 Weibchen), der ACTP hat in Deutschland aktuell 7 Vögel im Bestand (4 Männchen, 3 Weibchen), ein männlicher Vogel („Presley“) bleibt in der Obhut der Fundação Lymington in Brasilien, das oben genannte Weibchen auf Teneriffa.
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Thursday 13th March 2025
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" Naturam expellas furca, tamen usque recurret "
( If you drive out nature with a pitchfork, she will soon find a way back)
Horace (65-8 BC)

